„Leck mich“

Krautheim Art Projekt

„Er aber, sags ihm, er kann mich im Arsch lecken“

Ausgehend von der historischen Figur des Götz von Berlichingen zu Homberg und dem berühmten Zitat des Götz von Berlichingen in Goethes gleichnamigen Theaterstück: „Er aber, sags ihm, er kann mich im Arsch lecken“, das er im Widerspruch zur Obrigkeit in Krautheim ausrief, veranstaltet der BSK ein inklusives Kunstprojekt. Mit Bezug auf das Goethezitat und die Region Hohenlohe mit und um Krautheim soll das Thema „Leck mich“ in unterschiedlichen Workshops künstlerisch bearbeitet werden. Bildende Künstler verschiedener Disziplinen werden für die Leitung der Workshops engagiert. Teilnehmen kann jeder, der gerne kreativ sein möchte und der Lust hat, etwas künstlerisch zu entdecken. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene, mit und ohne Behinderung. Veranstaltet werden Workshops diverser Techniken. Malend, bastelnd oder modellierend kann sich dem Thema kreativ genähert werden.

Es soll ein Ort für Begegnungen werden und eine besondere Möglichkeit für gelebte Inklusion. Anmeldungen für die Workshops sind ab Januar 2020 möglich.

„Leck mich“ – ja was soll das denn heißen?

Götz von Berlichingen widersetzte sich der Autorität und der geltenden Macht, indem er dem Amtmann in Krautheim zurief: „Er soll mich hindhen lekhen“! Es handelt sich hier also um eine Formel des Widerstandes. Es gibt diverse Bedeutungen und mögliche Assoziationen zu dem Ausspruch, die alle ausgelotet werden sollen. ‚Ja, leck mich am Arsch‘ kann ein Ausdruck höchsten Erstaunens sein oder auch heißen: ‚Ist mir egal, du kannst mir den Buckel herunterrutschen‘.

Frühe Zeugnisse finden sich im Mittelalter Man hielt das Zeigen des Hinterteils für einen Abwehrzauber zum Schutz gegen Dämonen und Hexen. So finden sich kleine Steinfiguren, die ihren Hintern entblößen, die sogenannten schwäbischen Lecksfiedle – auch Blecker genannt -, an vielen Kirchentoren und Burgen.

Schriftzug: "Leck mich" Krautheim Art Projekt

Neben der derben Konnotation als abwehrender Ausdruck besitzt das „Leck mich“ auch eine sexuelle Seite, die assoziiert werden kann; die ästhetische, sinnliche Seite des Körperteils Po und das Lecken als Pendant dazu.

Die Verkürzung des Satzes „Leck mich“ –wie er in der Jugendsprache auftaucht – soll auch darauf hinweisen, wie modern und allgegenwärtig der Ausdruck geblieben ist. Man findet ihn an Hauswänden als Graffiti oder auf Toiletten an die Wand gekritzelt. Die ausgestreckte Zunge findet sich als Pendant zum geleckten Po immer wieder als Emblem einer rebellischen Jugendkultur. Das Thema „Leck mich“ kann ganz individuell und auf sehr vielfältige Weise künstlerisch umgesetzt werden.